Seiden-Webstoffe aus Laos
 


 
 

Hintergrund

Laos war lange für den internationalen Handel verschlossen und ist ist bis heute ein reines Agrarland geblieben. Gemessen an den umliegenden südostasiatischen Länder ist Laos ein armes Land. Dementsprechend spielen Handwerk und Volkskunst auch heute nach Öffnung des Landes noch eine besondere Rolle. Am bekanntesten sind dabei unglaublich hochentwickelte Webtechniken von Seiden- und Baumwollwaren. Obwohl die Webwaren für den westlichen Besucher modern und abstrakt erscheinen sind die Motive traditionell und teilweise über tausend Jahre alt: Dämonen, mythische Tiere, Symboltiere oder Naga-Schlangen.
Die besten Muster wurden für religiöse Zeremonien oder gesellschaftliche Anlässe hergestellt.Aber auch Stoffe für die Alltagskleidung der Laoten besitzen noch heute überraschend aufwendige und ausgesprochen hübsche Webmuster. In den ländlichen und abgelegenen Gebieten werden auch heute noch ausschließlich selbst hergestellte Stoffe getragen. Dabei spiegeln sich in den unterschiedlichsten Farben, Mustern und Designs die Vielfalt der laotischen ethnischen Gruppen wieder.
 
 

     
 
 
 

Herstellung

Im ländlichen Laos gehört der Webstuhl zu den wichtigen Ausstattungsgegenständen im Haus. Die traditionellen Kleidungsstücke der einzelnen ethnischen Gruppen werden nach wie vor durch eigene Familienangehörige per Hand hergestellt. Hierzu dient ein Rahmenwebstuhl der meist im Aufenthalts-Mittelpunkt des Hauses steht. In der trockenen Jahreszeit, in der kaum Feldarbeit anfällt, wird er fast den ganzen Tag über von einem oder mehreren Familienmitgliedern bedient. Abhängig von den geplanten Mustern werden für ein 80 x 180 cm großes Tuch 2 - 3 Wochen ganztägige Webzeit benötigt.
 
 

Abb.Webstuhl  in Vorbereitung
 
 

Methoden

Chok:
"Diskontinuierlicher ergänzender Einschuß (weft)" neben "kontinuierlichem Gewebe". Hierzu werden die Webfäden mit Stöcken (Keilen) von der Matrix abgehoben und danach die Fäden eingearbeitet, welche die zusätzlichen Muster ergeben. Diese Technik führt zu sehr vielseitigen bunten Mustern, durch die sich die laotischen Webereien von anderen ihrer Art deutlich abheben. So stark die ethnische Differenzierung in Laos ist, so vielfältig sind auch die Formen und Farben der Webstoffe. Man erkennt die Technik von der Rückseite der Stoffe am besten. Die Technik des Chock ist in Nord-Laos am meisten ausgereift und stellt die höchste Form der Webkunst dar.

Gobelin Weberei:
Feine Fäden und feine Farbmuster sind die Haupcharakteristika. Farbbänder sind unabhängig und nicht über die gesamte Horizontale verwoben. Verschiedenste Muster sind aneinander gereiht.

Mat Mi:
In Indonesien mit "Ikan" bezeichnet. Dabei werden die horizontalen Fäden vor dem Einsatz gefärbt. Das restliche ungefärbte Material werden an den Stellen die nicht in die Endfärbung einbezogen werden sollen mit einem farbabweisenden Material benetzt (früher Saft der Bananenpflanze, heute meist ein Kunststoff). Dies ergibt dann die herrlichen etwas irregulär wirkenden Farbmuster nach der Endbehandlung. Diese Technik besitzt ihre hohen Ansprüche mehr in der Färbetechnik, denn in der Webtechnik.
 

Beispiele und Angebote:
 
 

  siehe Galerie